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Tages-Inspiration

Liebende Güte ist ein Begriff aus der buddhistischen Praxis. Liebende Güte in Achtsamkeit bringt – nach einiger Zeit der Übung (Praxis) – Selbstmitgefühl hervor, weil wir lernen auch unsere Schattenwelt wahrzunehmen, zu akzeptieren und zu lieben. – Auch wenn dies von Fall zu Fall Jahrzehnte dauern kann. Erfolg für alle wird (nicht) versprochen.

Mitgefühl mit sich selbst zu haben ist das Heilsamste, was ich kenne. Da hängt so viel dran und von ab, dass der Platz hier nicht ausreicht, um alles zu erwähnen. Die Hirn- und Compassion-Forschung bis hin zu Erkenntnissen der Psycho-Neuro-Immunologie sagen, dass Mitgefühl mit sich selbst die Sicht auf Krankheit – von Prävention bis Therapie – langfristig revolutionär verändern kann.

Eine kleine Metapher von Rumi ( 12. Jhd ) soll verdeutlichen, wie es klingt, wenn man sich selbst als Gasthaus (siehe Bild oben) für alle nur erdenklichen „Zustände“ sieht:

Das menschliche Dasein ist ein Gasthaus. Jeden Morgen ein neuer Gast.

Freude, Kummer und Niedertracht – auch ein kurzer Moment der Achtsamkeit

kommt als unverhoffter Besucher.

Begrüße und bewirte sie alle! Selbst wenn es eine Schar von Sorgen ist

die gewaltsam alle Möbel aus dem Haus fegt –

erweise dennoch jedem Gast die Ehre.

Vielleicht bereitet er dich vor auf ganz neue Freuden.

Dem dunklen Gedanken, der Scham, der Bosheit – begegne ihnen lachend an der Tür

und lade sie zu dir ein. Sei dankbar für jeden, der kommt,

denn alle sind dir zur Führung geschickt worden, aus einer anderen Welt.

Das Gedicht von William Ernest Henley (1849-1903), das Nelson Mandela während seiner 27 jährigen Haft Kraft und Trost spendete und das dadurch – und durch die Invitus Verfilmung – weltberühmt wurde:

Invictus (unbezwungen)

Aus finstrer Nacht, die mich umragt, von Pol zu Pol schwarz wie das Grab.

Ich dank`welch immer Gottes Bild die unbezwungne Seel mir gab.

Wenn grausam war des Lebens Fahrt, habt ihr nie zucken, schrein mich sehn.

Des Schicksals Knüppel schlug mich hart – mein blut`ger Kopf blieb aufrecht stehn.

Ob zornerfüllt, ob tränenvoll, ob Jenseitsschrecken schon begann,

das Grauen meines Alters soll mich furchtlos finden, jetzt und dann.

Was kümmerts, da der Himmel fern, und dass von Straf`mein Buch erzählt,

ich bin der Meister meines Los, ich bin der Captain meiner Seel.

Rest in Peace!

Stell` dir mal vor, Meditation wäre eine olympische Disziplin. Wie lange müsstest du üben und trainieren, um daran teilnehmen zu können?

Fragt man einen tibetischen Meister auf diesem Gebiet, der würde sehr wahrscheinlich sagen: insgesamt 10.000 Stunden sitzen. Aber nicht nur irgendwie rumsitzen und warten, dass die Zeit vergeht, sondern in achtsamer Disziplin der Natur des eigenen Geistes „auf den Fersen“. Die Entwicklung von Mitgefühl wäre der Faktor 10 für die Realisierung.

Eine Definition:

Mitgefühl ist ein geistiger Zustand verbunden mit einer gewissen Sorge um das Leiden anderer und dem Wunsch, dieses Leiden gelindert zu sehen.“ ( vom tib. Gelehrten Thupten Jinpa, auch der Englischlehrer des Dalai Lama )

Wenn Mitgefühl als der höchste Glückszustand gilt, was ist denn dann der Zweitglücklichste?…Offenes Gewahrsein – ein Zustand von besonderer geistiger Offeneheit, begleitet von Ruhe und Klarheit.

Diese Kombination – Mitgefühl und offenes Gewahrsein – wünsche ich mir in allen nur denkbaren Institutionen, Organisationen, in Politik, in den Medien, in allen Entscheider Gremien…

Eine solche Haltung hat eine dreifache Intention:

  • Kognitiv: Ich kann dich verstehen
  • Affektiv: Ich fühle mit dir
  • Motivation: Ich möchte dir helfen

( oder auch beschrieben als: Nicht-Wissen, Teilhabe und liebevolles Handeln )

Auf der Ebene von Führung oder Leadership angewandt – sofern dies entwickelt ist – macht es Führungskräfte besonders leistungsfähig, da die Motivation des Tuns vollkommen intrinsisch ist, das heißt ein Burn-out-Zustand ist ein Paralleluniversum irgendwo – aber keine Option, da Focussierung auf das Wesentliche gegeben ist.

Der Weg ist ganz konkret ein Weg vom ICH zum WIR. Das Wohl für alle steht an erster Stelle und ist alleiniges Ziel allen Handelns.

Wenn ihr das trainiert…wie sähen dann eure Entscheidungen aus, die ja jeden Tag hundertfach zu treffen sind?

Viel Freude beim umsetzen.

No Bullshit please! Das hat Doris Lessing ( 1919 – 2013 ) oft gesagt, gewünscht und vielen Fragern entgegengeschleudert.

Daran will ich mich halten. Kurz und knapp soll meine Erwähnung ihres Todes in unserem Blog als Würdigung ausfallen. Seit über 40 Jahren ist mir ihr Name ein Begriff in Zusammenhängen. – Ich fand es faszinierend zu lesen, wie sie die Übersiedlung von Afrika nach England beschrieb, was das für Zeiten gewesen sein müssen. Die offene Gesellschaft von Popper…da wird sie für mich plastisch.

Sie pflegte ihren Sohn Peter in London bis zu seinem Tod. Er starb drei Wochen vor ihr.

„Es wird mir gefallen tot zu sein. Es wird mich davon erlösen, mich wegen all`dieser Kriege zu sorgen.“

Rest in Peace, Doris.

P.S. Ich finde es nach wie vor erstaunlich, dass Gregor Gysi und Doris Lessing verwandt sind. Vielleicht kommt daher seine radikale Forderung: raus aus allen Kriegszonen mit der Bundeswehr.

Vom 16. bis 22. Nov. 2013 gibt es in der ARD einen wirklich besonderen Themen-Schwerpunkt: Auf der Suche nach dem Glück.

Große und kleine Experten, Prominente und weniger Prominente machen sich auf die Suche, um herauszufinden, wie das funktioniert…das mit dem glücklich sein. – Wer da wohl gefragt wird?

So viele Entscheidungen sind täglich zu treffen, vom Kindergarten bis zum Unternehmens-Vorstand – das Leben besteht aus Entscheidungen. Und sehr wahrscheinlich werden in der pränatalen Phase bereits Entscheidungen getroffen – je nach Stimmungslage der Mutter. Und für all jene, die den alten – und nach wie vor gültigen – Weisheitslehren noch nicht so recht glauben können – warten Sie einfach ab, was die Neurowissenschaften in den nächsten Jahren noch alles zu Tage fördern. Tja, das mit dem Warten…auf was eigentlich. Es ist jetzt schon so unglaublich viel spannendes zu entdecken. Neugier genügt, um Fragen zu stellen:

  • Wie ist das mit dem Zusammenhang zwischen Lebenszufriedenheit und Lebensqualität – und was haben Lebens-Entscheidungen damit zu tun?
  • Wieso steht Deutschland im Happy Planet Index nur auf Platz 26?
  • Was hat Meditation mit glücklich sein können zu tun?
  • Wie funktioniert im Wesentlichen der eigene Geist? ( ich spreche bewusst nicht von Verstand oder Gehirn!)
  • Was wissen die Glücksforscher, was ist der aktuelle Kenntnisstand?
  • Ist die Grenze unserer Sprache wirklich die Grenze unserer Welt, wie der Philosoph Wittgenstein noch vermutete?
  • und Tonnen von möglichen Fragen mehr…

Finden Sie es heraus. Fangen Sie an, wirklich wesentliche Fragen zu stellen. Suchen Sie nach Antworten und schauen Sie auf das, was Sie selbst bereits wissen, wenn Sie es sich bewusst machen. Und das ist schon eine ganze Menge.

Und ein kleiner Lebens-Hinweis: das Ergebnis von Glück suchen bedeutet sehr oft Sinn finden. – Mögen alle Wesen glücklich sein!

Im August 2007 habe ich ein Buch von Akong Rinpoche und Dona Witten für 0,01 Cent gekauft: Beruf als Weg oder die Kunst entspannt Karriere zu machen. – Interessanter Weise wollte wohl niemand das Buch kaufen.

Ich fasse es mal kurz zusammen: finde eine Arbeit, die dich glücklich macht, die du liebst und…bedenke das Ende des Lebens, den Tod.

Die eigene Bestimmung zu erfüllen – sofern man sie kennt – ist die wesentliche menschliche Verpflichtung. Jeder und jede hat ein besonders Talent zu geben, das die Welt für das Gleichgewicht braucht.

Ein zentraler Satz von Akong Rinpoche lautete: Die beste Art, dir selber zu helfen, ist es, in der Hilfe für andere aufzugehen.

Akong Rinpoche wurde am 08. Oktober 2013 in China ermordet.

Om Mani Padma Hung Hri

Ein Film über das unabhängige Königreich Bhutan und die Einführung des „Bruttonationalglück„.

Der König entsendet Glücksbeauftragte ins Land, um anhand eines Fragebogens, der ca. 250 Fragen umfasst, den Glückszustand seines Landes zu ermitteln. Sie befragen einfache Bauern, Händler, Beamte, Handwerker, Heiler, Schamanen, Mönche über ihre Lebensumstände und ihre Einstellungen und Werte.

Das Bruttonationalglück von Bhutan – im Unterschied zu unserem Bruttonationalprodukt – ist ja längst Thema einer weltumspannenden Diskussion. Sei es Happy Planet Index oder Zufriedenheitsforschungen: was die Menschen glücklich und zufrieden macht, ist in der wissenschaftlichen Forschung angekommen. Auch Frau Merkel gibt als Kanzlerin die ein oder andere Studie beim Zukunftsinstitut in Frankfurt in Auftrag, um rauszufinden, wie ihr Volk tickt.

Wir haben hier in diesem Blog schon den ein oder anderen Beitrag zu Thema Bruttonationalglück geschrieben, weil wir zum Thema Glück in Deutschland bereits über zehn Jahre recherchieren und forschen.

Kino Start des Films WHAT HAPPINESS IS ist der 01. August 2013. Wir wünschen euch viele umsetzbare Erkenntnisse.

Willst du das Land in Ordnung bringen,

musst du erst die Provinzen in Ordnung bringen.

Willst du die Provinzen in Ordnung bringen,

musst du erst die Städte in Ordnung bringen.

Willst du die Städte in Ordnung bringen,

musst du erst die Familien in Ordnung bringen.

Willst du die Familien in Ordnung bringen,

musst du erst die eigene Familie in Ordnung bringen.

Willst du die eigene Familie in Ordnung bringen,

musst du erst dich selbst in Ordnung bringen. ( Orientalische Weisheit )

Tja, dann mal los. Da gibt es reichlich zu tun in unserem Land. Und es ist eine gute Idee, zuerst an die eigene Nase zu fassen, statt die Nasen der anderen in die Länge zu ziehen. Wer dabei gerne Unterstützung hätte, findet sie hier.

Chiemgauer als Regio-Geld ist Ihnen sicher bekannt. Gibt es bereits seit 10 Jahren und gilt als eine der erfolgreichesten Regionalwährungen in Deutschland. Warum das so ist, können Sie auf der Website der Initiative nachlesen.

Und im Zusammenhang einer Recherche über den aktuellen Stand von Regio-Geld-Initiativen in Deutschland finde ich eine Untersuchung zu „Nachhaltiger Glücksindex – Wie wir Wohlbefinden und Wohlstand messen und nachhaltig optimieren“ von Christian Gelleri. In Zusammenarbeit mit der Klimawerkstatt der TU München und dem Chiemgauer …und natürlich vor dem Vergleichs-Hintergrund des Happy Planet Index ist eine Analyse entstanden, die die Zusammenhänge von Einkommen und Glück, Einflüsse auf das Wohlbefinden von Einzelnen sowie Wirtschaftskreisläufen, Nachfrage im Bereich des Regiogeldes nach nachhaltig produzierten Produkten, Relation zur CO2 Produktion und dadurch rückwirkend auf das Kaufverhalten in Bezug zum persönlichen Wohlbefinden. Komplex, ich weiß.

Aber da ist noch viel Platz für andere Fragen: z.B. zur Gesundheit hinsichtlich der psycho-sozialen Lage im Land, Zukunft der Arbeit durch mehr Entrepreneurship, etc.etc.

Ergebnisse:

  • Einsparungen im CO2 Verbrauch sind ohne Einbußen der Lebensqualität problemlos möglich. Dafür muss man noch nicht mal ein konsequenter „Öko“ sein.
  • Es gibt natürlich einen Zusammenhang zwischen Benutzern von Regio-Geld, Kaufverhalten hinsichtlich nachhaltiger produzierten Waren, CO2 Verbrauch und Glück durch einen höheren Happy Planet Index Wert.
  • Interessant war die Frage, ob Regiogeld-Initiativen veränderungsbereite soziale Netzwerke generieren.

Auf jedenfall ein spannendes Forschungsgebiet: nehmen überwiegend die Teil, die sowieso schon viel wissen und daher konsequenter Handeln oder wird über die Initiative „Bewusstsein“ entwickelt? Sicherlich beides. Aus eigener Erfahrung kann ich auf jedenfall bestätigen, dass überschaubarere soziale Netzwerke besser und leichter in Richtung Qualität zu steuern sind.

Wir bleiben an dem Thema dran!

Frank Farrelly, der Pionier und Begründer des provokativen Stils in der Therapie, ist im Alter von 83 Jahren gestorben. Von Herzen danke Frank, denn durch dich und deine Forschungen bekam ich Klarheit über Zusammenhänge, die ich intuitiv oder weil ich nicht anders konnte ( oder wollte ) längst praktizierte. Dafür wurde ich auch entsprechend „gerügt“.

Hier, nur für dich, unterwegs zu deiner geliebten Frau June, ein paar Zeilen aus der Feder von Kabir:

Kabir, prahle nicht mit deinem Körper, diesem Hautsack, gefüllt mit Knochen. Prinzen, die unter Schirmen aus Gold auf Schlachtrössern einherritten, liegen nun da von Erde umfangen.

Kabir, prahle nicht mit deinen schönen Palästen. Heute oder morgen wird die Erde dein Lager und dein Kopf von Gras bedeckt sein.

Prahle nicht mit deinem Glück, Kabir, und verachte nicht die Verzweifelten; dein Schiff ist noch auf hoher See – wer wüßte um sein Schicksal?

Kabir, prahle nicht mit deiner Schönheit und Jugend: heute oder morgen mußt du sie abstreifen wie die Schlange ihre eigene Haut.

Wir alle sind Teil des Vergänglichkeitsprogramms der Evolution und dürfen in der Zwischenzeit unsere Potentiale entdecken. Wir alle kommen „dran“. Wenn das keine provozierende, auffordernde Botschaft ist, was soll es dann sein?

Wir wünschen dir eine gute Reise und eine glückliche Wiedergeburt.

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