Glücksatlas. Messen und Vergleichen macht selten glücklich!
26. September 2011 von Thomas Bebiolka
Die Deutsche Post AG hat eine Studie zum Glück der Deutschen in Auftrag gegeben, die nun in Form des Glücksatlas vorliegt. Die zutage geförderten Informationen - überwiegend wohl aus sozio-ökonomischen Panels - sind für Menschen, die sich seit Jahrzehnten mit Fragen zum Glück auseinandersetzen, nicht wirklich überraschend.
Aber alles und jede Information, die dazu beiträgt, die landläufigen Alltags-Auffassungen von Glück ins Wanken bringen, sind uns willkommen.
Der Ansatz des Glücksatlas ist ja auch nicht neu, viele Forschungsinstitute weltweit haben das schon gemacht. (Dann kommt irgendwann ein anderer Forscher mit großzügigen Forschungsmitteln und forscht darüber, inwieweit sich die einzelnen Studien - national oder international - untereinander unterscheiden. - Den Happy Planet Index gibt es ja auch bereits seit Jahren.)
Nehmen Sie zum Beispiel die Studie “Glück. Die Sicht der Ökonomie” von Brunno S. Frey aus dem Jahr 2010. Selbstverständlich macht auch diese Studie klar, dass durch Messen und Vergleichen interessante Ergebnisse zu erzielen sind, die noch laaaaaaaaaange nicht jeder weiß. Nach mittlerweile 7 Jahren Forschung und Hunderten von Gesprächen beschleicht mich auch der Verdacht, dass viele es so genau gar nicht wissen wollen. Und genau das ist Teil des “Problems”. Denn sind bestimmte hartnäckige Mythen und Phantasien zerstört, beginnt die Arbeit ja erst. Viele Menschen ahnen das - und stellen das Fragen schneller ein. Die Glücks-Information ist ja auch nur die Landkarte, nicht das Gelände! Das ist überwiegend in Ihrem Kopf.
Streben Sie als Ziel eine altruistische Haltung anstelle ichbezogener Bedürfnisbefriedigung an, werden Sie die Erfahrung machen, dass der Weg dahin steinig ist, viele Höhen und Tiefen für Sie bereit hält. Die Schulung des Geistes ist mühsam - aber zum Trost auch voller Freuden. Lebenskunst ist eben immer sowohl als auch, innen und außen… und so wird es immer sein. Nur wer den Geschmack kennt, weiß!
Also, egal wo Sie wohnen und was Sie machen: Sie müssen nicht umziehen, um Ihre Glücks-Position zu verbessern. In Hamburg ist auch oft schlechtes Wetter, ich war lang genug vor Ort, um das beurteilen zu können. Ungelöste Probleme nehmen Sie sowieso überall mit hin.