Wege zum Glück
16. Januar 2010 von Thomas Bebiolka
Für sehr viele Menschen ist das Rationale, das Analytische, das Mess- und Zählbare, das Materielle die höchste Priorität im Leben. Das hat mit Konditionierung zu tun und natürlich auch mit der Sehnsucht nach Orientierung. Die Intelligenzforschung spricht mittlerweile von neun verschiedenen Intelligenzarten, ökologische Intelligenz, wie das neue Buch von Daniel Goleman heißt, kommt noch dazu.
Trotz all unserem Wissen, dass durch Medien und Internet täglich auf uns einwirkt, nimmt das Gefühl der Unwissenheit, das Nichtwissen, ständig zu. Das ist eigenlich logisch, denn mit zunehmendem Alter setzt ein Gewöhnungseffekt an das angeblich permant Neue und Sensationelle ein, zum Leidwesen der Werbung (um nur ein Beispiel aufzugreifen).
Entscheidend dabei ist, ob man das wirklich Wesentliche weiß und damit in Kontakt ist. Und viele Menschen nennen dies nicht Bildung, sondern Religiösität oder Spiritualität. Wobei ich der Meinung bin, dass sich das mit Bildung nicht ausschließt, wenn es auf Herzensbildung hinausläuft und damit ein belastbares ethisches Fundament fürs Leben entsteht. Everybody has a Hungry Heart…
Die Erfahrung zeigt auch, dass Menschen oft in schweren Stunden ihres Lebens mit ihrem Wesentlichen in Kontakt treten: am Sterbebett von Partnern und Familienangehörigen, in dramatischen Krankheitsverläufen, bei Unfällen, durch Arbeitslosigkeit und existentiellen Erschütterungen…
Bei Jesus oder Buddha ist die Rede vom “mittleren Weg”. Im Buddhismus ist das sehr klar formuliert. Der Ausweg aus dem lebensimmanenten Leiden muss nicht immer crash- oder krisenhaft sein. Wenn unser Leben so verläuft, kann nur eine höhere Achtsamkeit auf das Wesentliche unseren Kurs korrigieren. Beim “mittleren Weg” geht es nicht um “entweder - oder” sondern um “sowohl - als auch”. Der Mittlere Pfad vereinigt scheinbare Gegensätze durch Integration und Auflösung im eigenen Bewusstsein. Das Eine bedingt doch auch das Andere: ohne Tag keine Nacht, ohne Leid keine Freude, ohne Leben keinen Tod, ohne Kriege keinen Frieden und umgekehrt.
Wenn Sie das Polaritätsgesetz und das Resonanzprinzip analysieren und verstehen lernen, sind Sie dem FLOW, das der Psychologe Mihaly Csikszentmihalyi erforscht hat, in Ihrem Leben ein großes Stück näher gekommen.
In Ihrer Zwischenbilanz oder definitiv am Ende des Lebens wird folgender Gedanke zählen: Glück ist das Resultat eines gelungenden Lebens, in dem SIE einen Sinnzusammenhang als Roten Faden sehen und herstellen können. Der Mensch gewinnt, wenn er verliert. So paradox es klingt, aber ist das nicht die zentrale Botschaft von Jesu Leben und Tod?