Feeds
Artikel
Kommentare

Der Brite Angus Deaton hat den Nobelpreis für Ökonomie erhalten. Das war natürlich letztes Jahr, 2015. Der Konsumforscher konzentriert sich im Schwerpunkt auf Fragen zu Wohlstand und Armut – und was die Politik vielleicht mit diesen Erkenntnissen anfangen könnte. Kann ja interessant sein, wenn man Fragen stellt wie: wie und welche soziale Schichten werden am meisten von einer Erhöhung der Mehrwertsteuer auf Lebensmittel betroffen sein

Das Nobel-Komitee hob hervor, dass heute, Jahrzehnte später, diese Ansätze Standard sind in der Analyse der Konsumforschung… – und allen Erkenntnissen und Ableitungen, die die Glücksforschung betreffen, dass sei angemerkt.

Ein Satz noch dazu. Deaton fand heraus, dass Mangelernährung kein Auslöser für Armut, sondern eine Folge davon ist. Wow. Ab und an frage ich immer meinen <gesunden Menschenverstand< was er dazu sagt. ( Er sagt gelegentlich, dass es wohl ein tolles Forscherleben sei, in Harvard, Cambridge oder Princton…/ nur keinen Neid.)

Viel interessanter finde ich aber dies hier:

IMG_0914Auf zwei Flügeln zum Glück. Die Verschmelzung östlicher und westlicher Denkweisen. Von Dr. Andrea F. Polard.

Unglück trifft jeden, aber ein kluger Mensch kann daraus Nutzen ziehen. – Als ich den Titel zuerst las, dachte ich: kenn´ich doch. Ohne Wurzeln keine Flügel ist doch ein Buch über Aufstellungsarbeit.- Das Buch gliedert sich in drei Teile. Teil 1: Die analytische Bewusstseinsebene – die Zerbrechlichkeit des Lebens, Eifer, Kompetenz, Verbundenheit Selbstvertrauen. Teil 2: Die spirituelle Bewusstseinsebene: die Lebenskraft, Aufnahmefähigkeit, Ruhe, Vertrauen, Unbeschwertheit. Alle Kapitel sind mit sehr konkreten und praktischen Übungen verbunden. Teil 3: die Verschmelzung westlicher und östlicher Denkweisen: Die Theorie des flexiblen Bewusstseins.

Ich gebe zu: Teil drei, die Synthese aus 1 und 2 hätte etwas ausführlicher sein können, denn das Kapitel beginnt mit einem Zitat von Albert Einstein: Mache die Dinge so einfach wie möglich – aber nicht einfacher.- Genau.

Die Sehnsucht nach Tiefe, Bedeutung, Sinn hat in diesem Leben einen klaren Weg – auch wenn er milliardenfach individuell verschieden scheint – es gibt in allem Erkanntem Zusammenhänge die verbinden. West trifft Ost.

Das Beste aus zwei Welten. Lesenswert.

 

der-appell-des-dalai-lama-buch-coverDie gegenwärtige Welt ist auf der Suche nach einer Ordnung. Wie soll sie aussehen?

Dazu hat der Dalai Lama ein klares Statement: Ethik ist wichtiger als Religion. Denn im Streben nach Glück und im Wunsch nicht zu leiden sind alle Menschen gleich. – Ist auf dieser Grundlage das Nachdenken über eine verbindende kollektive Identität möglich?

Wie ist umzugehen mit der Gewaltbereitschaft, die in fast allen Religionen und “heiligen” Texten zugrunde gelegt oder herauszulesen ist…

Ist nicht zum Überleben das Gemeinsame wichtiger als das Trennende?

Ethik sei uns angeboren – Religion nicht, sagt der Dalai Lama. Eine begründbare sekulare Ethik als verbindliche gemeinsame Grundlage, Werte wie Geistesschulung, Achtsamkeit, Mitgefühl und dem Streben nach wirklichem Glück, indem wir andere Menschen unterstützen …

Das 21.Jahrhundert sollte diese Form von wesentlicher menschlicher Spiritualität hervorbringen. Vielleicht ist das Projekt die einzige Chance, die wir haben.

Am 06. Juli wurde der Dalai Lama 80 Jahre alt. Wir sind uns in diesem Leben auch bereits mehrmals Begegnet und wir gratulieren von ganzem Herzen.

OM MANI PADME HUNG

Nicht aus Büchern – obwohl Bücher gute Freunde sein können. Nicht von Lehrern oder Gurus – obwohl sie eine wichtige Funktion in orientierungslosen, verwirrten Zeiten haben – sofern wir den richtigen finden. Höre genau hin, schau auf deine Lebensführung und wie du mit anderen Menschen umgehst. Kannst du in dir Stille erzeugen – um dir selbst zuhören zu können? Bist du mutig genug dazu, deiner eigenen Weisheit zu vertrauen? Was immer auch dann zu dir spricht – oder verstehst du erst, wenn es dir ein Prominenter sagt? Jemand mit Bedeutung und Gewicht in den Worten?

Kommst du in Kontakt mit deinem eigenen Potential an Mitgefühl, Güte, Großzügigkeit und Selbstlosigkeit… denn diese Fähigkeiten sind erlernbar – also trainierbar – und stehen in direktem Zusammenhang mit deinem Glücksempfinden.

Wem hast du also heute deine wahren Potentiale gezeigt? – Denn dann ist deine Welt schon wieder ein klein wenig besser geworden und du trainierst auf diese Weise deine Resilienz.

Yaloms Anleitung zum Glücklichsein - FilmplakatDas erste Buch, was ich von Irving Yalom las war >Existentielle Psychotherapie< und das ist mittlerweile 25 Jahre her. Yalom hat weltweit Millionen von Büchern verkauft – allein das Buch <Und Nietzsche weinte> ist in Deutschland ca. 1,5 Millionen mal über die sprichwörtliche Ladentheke gegangen. – Aus meiner Sicht ist das lebenspraktische oder lebens-nützliche Philosophie – auch wenn dies heute Therapie genannt wird. In erster Linie ist jede therapeutische Vorgehensweise ein dialogorientiertes Zwiegespräch, wobei die Haltung des Therapeuten den entscheidenden Unterschied macht. Achtsamkeit dringt ja gerade in das theapeutische Feld ein und wird in Zukunft jedes Curriculum verändern.

Aber ich will ja hier nicht über Therapie schreiben, sondern Werbung für Yaloms Film machen, der am 02. Oktober in die Kinos kommt. Die Regisseurin Sabine Gisiger ist durch den Tod ihres Vaters sensibilisiert worden für existentielle Themen wie Tod und Sterben, Vergänglichkeit oder Was ist ein gutes Leben und wie geht Glücklichsein…

Irving D. Yalom hat 60 Jahre Erfahrung als Psychotherapeut. Was für ein Film kommt dabei heraus, wenn die Summe seiner Erfahrung sich der Frage nach dem glücklichen Leben nähert? Tonnenweise umgeben uns gescheiterte Beziehungen, unglückliche Lieben oder sogar die Unfähigkeit zu lieben oder Liebe zu finden. Nicht jeder kann und will mit seinen Fragen in eine Psychotherapie kommen – ausserdem gibt es sowieso nicht genug Therapeuten für das ganze Leid dieses Planeten. Es muss also auch andere Wege geben.

Die Regisseurin Sabine Gisiger hofft auf eine kathartische Wirkung ihres Films, eine Art selbstreinigendes erweckendes Erlebnis. Das passt zu meiner Liste der Wirkfaktoren existentieller Psychotherapie nach Yalom:

  • Es besteht Hoffnung auf Heilung
  • Man akzeptiert die Universalität des Leidens
  • Ist Empfänglich für die Art, wie Informationen mitgeteilt werden
  • Arbeitet – auch gemeinsam mit Anderen – an einer altruistischen Haltung
  • Eine evtl. korrigierende ReKonstruktion der Herkunftsfamilie
  • Lernt Sozialtechniken des menschlichen Umgangs
  • Interpersonales Lernen durch nachahmendes Verhalten (zB Vorbilder )
  • Gruppenkohäsion ( zB gemeinsam ein gesetztes Ziel erreichen )
  • Katharsis kann – im konkreten Fall – erlebt werden
  • Existentielle Erfahrungen können reflektiert werden ( Setting )

Ganz kurz. Alles Grundlagen des Glücksempfindens – besonders in der bewussten Interaktion aller Wirkfaktoren.

Viel Freude beim Anschauen des Films.

Am Wochenende beginnt in der Klinik Heiligenfeld in Bad Kissingen der alljährliche Kongress. Dieses Jahr ist das Schwerpunkt: Burn out und Resilienz. Der Kongress ist – wohl aufgrund der Aktualität des Themas – ausgebucht.

Am Ende des Kongresses – am 25.05. Beginn um 14 Uhr, Ende um 18.30  –  wird es einen Workshop mit Teilnehmern geben, wo die Frage Was können wir in Deutschland tun, um glücklicher zu werden im Plenum be- und erabeitet werden soll.

Grundlegende Erkenntnisse der Glücksforschung liefern die Basisdaten für die Diskussion und anhand des Better Life Index der OECD soll herausgefunden werden, was die Politik dazu für Rahmenbedingungen liefern kann, das Glücklichsein in Deutschland etwas zu erhöhen.

Wir begrüssen es sehr, dass die Diskussion über das gute Leben mittlerweile auch in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist. Wir selbst sind mit dieser Frage vor über 10 Jahren in Deutschland bereits auf Expedition gewesen und die Ergebnisse beeinflussen unsere Arbeit bis heute. ( Siehe: Das Projekt )

Ab Herbst 2014 startet bei uns ein eigenes, einzigartiges Resilienz-Training. Wir freuen uns sehr, wenn Sie dabei sind.

Der Mensch gleicht einem Gasthaus.

Jeden Tag neue Gesichter.

Augenblicke der Freude, der Niedergeschlagenheit,

der Niedertracht, alles unerwartete Besucher.

Heiße sie willkommen,

selbst den puren Ärger,

der die Einrichtung deines Hauses

kurz und klein schlägt.

Vielleicht räumt er dich leer für

eine neue Freude.

Behandle jeden Gast respektvoll.

Den finsteren Gedanken, die Scham,

die Bosheit, begrüße sie mit einem Lachen

an der Tür und bitte sie herein.

Danke jedem für sein Kommen,

denn sie alle haben dir etwas Wichtiges mitzuteilen.

(DSCHALAL AD-DIN AL-RUMI / persischer Mystiker, Dichter und Sufi-Meister )

Sicher ist: alle wollen glücklich sein.

Sicher ist: viele Mittel, das Ziel zu erreichen, sind untauglich.

Sicher ist: am Ende des Lebens sind viele klüger als …sagen wir mal…vor dem Ende.

Sicher ist: es gibt Menschen, die gute Wege zum Ziel kennen.

Sicher ist: viele können (wollen) das nicht verstehen. ( Scheinbar unpassender Zeitpunkt.)

Sicher ist: Burn out, Erschöpfung und Krisen unterschiedlichster Art, sind Möglichkeiten nachzudenken.

Sicher ist: Unbelehrbarkeit führt am Ende zu Bedauern.

Sicher ist: Viele wünschen sich eine zweite Chance, weil die erste vergeigt ist…und sie möchten zeigen, dass sie doch was begriffen haben.

Sicher ist: es ist nicht sicher, ob dies gewährt wird.

Sicher ist: Gott ist barmherzig…und vielleicht klappts.

P.S.: Solltest du aber Buddhist sein – tja dann…je früher du die Hoffnung auf gibst, desto besser. – Verrückte Weisheit…aber in eleganter Erscheinung. Dann haben andere auch was davon.

Bye Bye Margrit K. – deine Seele ist jetzt frei. Deine kreative Unnachgiebigkeit, dein Momo-Mut und deine kluge Power haben das Geldsystem längst verändert!
Wir begegneten uns im Sommer 2004 im Lebensgarten Steyerberg, als Thomas und ich dich als Gesprächspartnerin in unserem Projekt “Glücksucher – Was brauchen die Deutschen zum Glück?” zur Frage eines gesünderen Geldsystems aufsuchten. Daraus wurde ein langer, tiefgründiger, fröhlicher und zukunftstiftender Nachmittag mit dir und Declan. In den Jahren danach arbeiteten wir zusammen am Aufbau von Gaia University, konzipierten gemeinsam einen ActionLearning-Studiengang “Nachhaltige Geldsysteme” und übersetzten den Entwurf für das brasilianische Bildungsgutschein-System SABER für deutsche Verhältnisse (siehe http://www.monneta.org/index.php?id=96&kat=57 ).

Ich begleitete dich auf Vortragsreisen, wodurch ich einen tiefen Einblick in die deutsche Komplementärwährungsszene gewinnen konnte, und schrieb dabei deine Lebensgeschichte auf.
Viele sehr persönliche Gespräche, gemeinsame Visionen und praktische Zusammenarbeit ließen uns zu Freundinnen werden, die auch nach meinem Abschied aus Steyerberg 2009 und über längere Kontaktpausen hinweg immer wieder schnell in Herzensverbindung kamen.

Rest in Peace Margrit. Kathleen Battke und Thomas Bebiolka

Tages-Inspiration

Liebende Güte ist ein Begriff aus der buddhistischen Praxis. Liebende Güte in Achtsamkeit bringt – nach einiger Zeit der Übung (Praxis) – Selbstmitgefühl hervor, weil wir lernen auch unsere Schattenwelt wahrzunehmen, zu akzeptieren und zu lieben. – Auch wenn dies von Fall zu Fall Jahrzehnte dauern kann. Erfolg für alle wird (nicht) versprochen.

Mitgefühl mit sich selbst zu haben ist das Heilsamste, was ich kenne. Da hängt so viel dran und von ab, dass der Platz hier nicht ausreicht, um alles zu erwähnen. Die Hirn- und Compassion-Forschung bis hin zu Erkenntnissen der Psycho-Neuro-Immunologie sagen, dass Mitgefühl mit sich selbst die Sicht auf Krankheit – von Prävention bis Therapie – langfristig revolutionär verändern kann.

Eine kleine Metapher von Rumi ( 12. Jhd ) soll verdeutlichen, wie es klingt, wenn man sich selbst als Gasthaus (siehe Bild oben) für alle nur erdenklichen “Zustände” sieht:

Das menschliche Dasein ist ein Gasthaus. Jeden Morgen ein neuer Gast.

Freude, Kummer und Niedertracht – auch ein kurzer Moment der Achtsamkeit

kommt als unverhoffter Besucher.

Begrüße und bewirte sie alle! Selbst wenn es eine Schar von Sorgen ist

die gewaltsam alle Möbel aus dem Haus fegt –

erweise dennoch jedem Gast die Ehre.

Vielleicht bereitet er dich vor auf ganz neue Freuden.

Dem dunklen Gedanken, der Scham, der Bosheit – begegne ihnen lachend an der Tür

und lade sie zu dir ein. Sei dankbar für jeden, der kommt,

denn alle sind dir zur Führung geschickt worden, aus einer anderen Welt.

Das Gedicht von William Ernest Henley (1849-1903), das Nelson Mandela während seiner 27 jährigen Haft Kraft und Trost spendete und das dadurch – und durch die Invitus Verfilmung – weltberühmt wurde:

Invictus (unbezwungen)

Aus finstrer Nacht, die mich umragt, von Pol zu Pol schwarz wie das Grab.

Ich dank`welch immer Gottes Bild die unbezwungne Seel mir gab.

Wenn grausam war des Lebens Fahrt, habt ihr nie zucken, schrein mich sehn.

Des Schicksals Knüppel schlug mich hart – mein blut`ger Kopf blieb aufrecht stehn.

Ob zornerfüllt, ob tränenvoll, ob Jenseitsschrecken schon begann,

das Grauen meines Alters soll mich furchtlos finden, jetzt und dann.

Was kümmerts, da der Himmel fern, und dass von Straf`mein Buch erzählt,

ich bin der Meister meines Los, ich bin der Captain meiner Seel.

Rest in Peace!

Ältere Artikel »